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 Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen

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Faenyel
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BeitragThema: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 15:59

Zitat :
ooc: Hallo ihr Lieben,

diese Vortragssammlung stammt noch aus meiner Zeit auf der Forscherliga. Meine damalige Gilde, die Nor'ishur, haben in regelmäßigen Abständen Geschichtsstunden abgehalten. Diese Vorträge sind daraus entstanden. Sie sind von Deliantha und mir verfasst worden. Vielleicht finden sie ja die ein oder andere Verwendung oder dienen einfach nur als Lesestoff. Smile

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1.1 Die Suche nach einer Legende


Guten Abend verehrte Gäste, Schwestern und Brüder
Es ist mir eine Ehre euch alle im Namen der Nor'ishur heute Abend begrüßen zu dürfen.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an die Veranstaltung am Schrein von Aessina in Ashenvale vor einiger Zeit. Damals hatten wir über den Halbgott Cenarius gesprochen und über die Zeit der Herrschaft der Königin Azshara. Heute wollen wir damit beginnen uns näher mit dem Krieg der Urtume beschäftigen, welcher vor mehr als 10.000 Jahren in den Wäldern der Kal'dorei wütete.

Aber zunächst möchten wir euch dafür heute drei herausragende Persönlichkeiten vorstellen. Viele von euch werden ihre Namen bereits kennen. Lebende Legenden ohne die vielleicht alles ganz anders gekommen wäre. Ich spreche von niemand Geringerem als der Hohepriesterin Tyrande Whisperwind, dem Erzdruiden Malfurion Stormrage und Illidan Stormrage dem Verräter.

Tyrande Whisperwind war damals noch eine junge Frau. Als Novizin des Mondtempels hatte sie sich ganz ihrer Göttin Elune verschrieben und diente dieser mit großer Hingabe.
Ein enge, aus Kindestagen erwachsene Freundschaft verband sie mit den Brüdern Malfurion und Illidan Stormrage. Gemeinsam waren sie aufgewachsen und unzertrennlich gewesen, bis Tyrande sich in den Dienst Elunes gestellt hatte. (Heute ist sie uns als Hohepriesterin der Elune und Anführerin der Kaldorei bekannt)

Was die beiden Brüder angeht, so waren sie damals schon Zwillinge, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten.
Illidan, von seiner Natur ungeduldiger und temperamentvoller als sein Zwilling, war mit goldenen Augen zur Welt gekommen. In der damaligen Zeit war dies ein Zeichen zu großen Taten bestimmt zu sein. Heute wissen wir, dass goldene Augen auf ein großes druidisches Potential hinweisen.

Die Erfüllung dieser Erwartungshaltung stellte Illidan unter einen nicht zu unterschätzenden Druck, der auch sein Wesen in gewisser Weise zu erklären vermag. (Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Ilidan sein Volk an die Legion verraten und sein Ende in seiner letzten Zuflucht, dem schwarzen Tempel, auf Draenor finden)

Während Illidan den Traditionen und der Zauberei nicht abgeneigt war, stand Malfurion der damaligen Gesellschaft kritisch gegenüber. Er war der Ansicht, dass die arkane Magie den Kaldorei nicht gut tat und wollte zum Leben im Einklang mit der Natur zurückfinden. Von Tyrande ermutigt, fasste er schließlich den Entschluss sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Gott des Waldes zu machen, der in der damaligen Gesellschaft nur noch eine Legende war.

Gemeinsam machten sich die drei also auf die Suche und entgegen aller Erwartungen fanden sie ihn, den Halbgott Cenarius. Er war ein Wesen mit dem Oberkörper eines Elfen und dem Unterleib eines riesigen, prächtigen Hirsches. Als Herr des Waldes, war er ein Teil des Waldes, wie dieser ein Teil von ihm. Regte sich Cenarius, so regte sich auch der Wald und seine Bewohner. Mehr soll an dieser Stelle über den Halbgott nicht gesagt werden, wollen wir uns doch an einem anderen Abend ausführlich mit den Gottheiten der Nachtelfen beschäftigen.

Für unsere drei Helden sollte Cenarius jedoch noch etwas ganz anderes werden: Ein Lehrer. Allen dreien bot der Halbgott an, sie den Pfad der Natur oder anders gesagt das Druidentum zu lehren. Doch trotz ihres Respektes vor dem Herrn des Waldes, blieb Tyrande allein Elune verpflichtet. Cenarius respektierte diese Entscheidung und versuchte nicht der Mondgöttin ihre treue Dienerin streitig zu machen.

Auch Illidan – trotz des Eifers, den er an den Tag legte – war nicht offen für die Wege der Natur. Die Magie der Nachtelfen war damals wesentlich einfacher und schneller zu beherrschen, als das was der Halbgott die Elfen zu lehren versuchte. Illidans Ungeduld versperrte ihm die Möglichkeit den Pfad eines Druiden einzuschlagen.

So blieb nur noch Malfurion Stormrage. Er war der Einzige der dreien, der sowohl Talent, als auch die nötige Geduld und den nötigen Willen aufbrachte, um von Cenarius zu lernen. Der Halbgott lehrte ihn nicht nur das empfindliche Gleichgewicht der Natur zu verstehen und mit dem Wald in Einklang zu leben, sondern auch wie er die Kräfte der Natur heraufbeschwören und zum Erhalt des Gleichgewichts nutzen konnte. Malfurion wurde damit der erste Druide seines Volkes.

Je länger Malfurion in der Lehre des Halbgottes stand, desto größer wurde die Distanz zwischen ihm und seinem Volk. So begann er beispielsweise den farbenfrohen aufwendigen Gewändern seines Volkes einfache naturfarbene Kleidung vorzuziehen. Weiterhin zog er sich immer mehr in die Ruhe der Natur zurück, als sich in den bunten, belebten Städten unter Seinesgleichen zu mischen.

Dies bedeute jedoch noch lange nicht, dass der werdende Druide sein Volk vergaß oder sich gar von ihm abwandte, um gänzlich ein Teil des Waldes zu werden. Ganz im Gegenteil. Mit der Zeit begann sich Malfurion große Sorgen um das Wohlergehen seines Volkes zu machen. Dies hatte auch einen ganz bestimmten Grund. Denn ein unheilvoller Traum suchte den Elfen in der Einsamkeit seines Schlafes heim.

In seinem Traum sah er den Quell der Ewigkeit vor sich, den Ursprung der nachtelfischen Magie. Ein Strudel bildete sich darin und Kreaturen, fremdartig und böse, strömten daraus hervor. Und dann sah Malfurion Kalimdor ... aber er erblickte keine großen, schützenden Wälder, keine stolzen prunkvollen Städte. Er sah ein verwüstetes, zerstörtes Land, heimgesucht von einer solchen Bösartigkeit, dass kein Leben zurückgeblieben war. Kein Grashalm wuchs mehr und das Land war überseht von den geschundenen, zerschlagenen Knochen der Nachtelfen. Dann zog das Feuer über die Welt. Es verbrannte den Himmel, die Erde, den Wind, genoss es und gierte nach mehr.

Jedes Mal fuhr Malfurion an dieser Stelle schweißgebadet aus dem Schlaf und glaubte die Hitze noch auf seiner Haut spüren zu können. Und je mehr Malfurion von Cenarius lernte, desto häufiger und intensiver wurde dieser Traum, sodass der junge Kaldorei schließlich beschloss mit seinem Lehrer darüber zu sprechen.

Für den Halbgott stand schnell fest, dass sein Schüler nicht einfach nur schlecht träumte. Er hielt es für ein Omen, ein dunkles Omen. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach seiner Ursache und schon bald entdeckten sie das Grauen, welches sich hinter den Mauern des Palastes der Nachtelfenkönigin Azshara verbarg ...


Zuletzt von Anduriel am Mo Jun 02 2014, 10:37 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 16:00

1.2 Der Smaragdgrüne Traum / Das Druidentum

Brüder und Schwestern, werte Mitglieder der jungen Völker,

ein weiteres mal heißen wir, die Nor'Ishur, alle Kultur- und Geschichtsinteressierten hier in Auberdine willkommen. Um das Wissen über Malfurions Vision, von der wir in der letzten Geschichtsstunde gesprochen haben, zu vertiefen, sollen unsere heutigen Themen das Druidentum und der smaragdgrüne Traum sein.

Deshalb übergebe ich nun das Wort an einen Vertreter des Zirkel des Cenarius, den Druiden Feyth Anyn'tanei. Er wird den heutigen Vortrag halten und sein Wissen über den Pfad des Druiden und den Traum mit euch teilen.

<Eventueller Begrüßungstext von Feyth>

Die Geschichte des Druidentums beginnt, wie in der letzten Geschichtsstunde bereits ersichtlich wurde, mit Malfurion Stormrage. Er war der erste Druide und wurde von Cenarius persönlich ausgebildet.

Doch von wirklicher Bedeutung wurde der Pfad des Druiden für das Volk der Nachtelfen erst mit dem Ende des Kriegs der Urtume.

Nachdem die Dämonen besiegt und Nordrassil gepflanzt worden war, begannen die Kal'dorei ihre vollkommen zerstörte Kultur unter der Anleitung des Halbgottes Cenarius zu errichten, dieses mal jedoch im Einklang mit der Natur.

Aus diesem Grund formten Cenarius und Malfurion den Zirkel des Cenarius. Eine Organisation, in der die Druiden ausgebildet und unter einem Banner vereint werden sollten. Malfurion übernahm zunächst selbst die Ausbildung der Druiden, bat allerdings schon bald Remulos, einen Sohn von Cenarius, um Hilfe.

Der Anführer des Zirkels und gleichzeitig aller Druiden ist der Erzdruide. Shan'do Malfurion Stormrage übte dieses Amt bis zu seinem Verschwinden vor einigen Jahren aus, danach wurde Fandral Staghelm von den anderen Druiden zum neuen Erzdruiden gewählt.

Bis vor wenigen Jahren war es nur männlichen Nachtelfen möglich, den Pfad des Druiden zu beschreiten und somit ein Mitglied des Zirkels des Cenarius zu werden. Heute jedoch steht der Zirkel auch den Tauren und anderen Völkern offen, die die Ansichten des Zirkels teilen.

Dieser kleine Einblick in die Geschichte des Zirkels soll zunächst genügen, wollen wir uns doch dem Druidentum an sich widmen.

Die Ziele eines jeden Druiden sind das Beschützen, Heilen und Pflegen der Natur. Die Natur ist ein sensibles Geflecht von Ereignissen und Handlungen, in welchem die kleinste Abweichung vom Gleichgewicht katastrophale Folgen haben kann. Deshalb hat das Bewahren dieses Gleichgewichts höchste Priorität für die Druiden.

Fälschlicherweise wird von den jungen Völkern oft angenommen, dass "das Gleichgewicht schützen" bedeutet, jedes Leben zu erhalten. Allerdings entspricht dies nicht der Wahrheit, denn das Auslöschen von Leben – wenn es das Gleichgewicht stört oder bedroht – ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil dieser Aufgabe. Das bedeutet zum Beispiel Bäume zu fällen, die anderen Pflanzen das lebenspendende Licht nehmen oder Tiere zu töten, wenn das Räuber-Beute-Verhältnis aus den Fugen gerät.

Um diese Ziele zu erreichen sammelten sich die damals ausschließlich nachtelfischen Druiden einst in verschiedenen Untergruppen. Diese Untergruppen hingen von dem jeweiligen Schutztier bzw. Halbgott, dem ein Druide sich verschrieben hatte, ab. Zwei von diesen Druidenarten werden dem ein oder anderen sicher bereits bekannt sein. Zum einen die Druiden der Kralle und zum anderen die Druiden der Klaue,.

Die Druiden der Kralle vereinen die wilden Aspekte des Bären in sich. Sie erwählten die Zwillingsbären Ursoc und Ursol als ihre Schutzpatronen, während sich die Druiden der Klaue der Herrin der Vögel, Aviana, verschrieben und sich die Eigenschaften der Sturmkrähe zu Nutze machten.

Den größten verbleibenden Stamm dieser Art von Druiden bilden jedoch die Druiden des Giftzahns. Ihr Schutztier ist die Schlange. Leider sind die Meisten dieser Druiden bei ihrem Versuch das Brachland wieder fruchtbar zu machen dem Wahnsinn verfallen.

Nach dem dritten Krieg entschied sich ein Großteil aller Druiden dazu, die bis dahin eher starren Wege abzulegen und sich dem gesamten Spektrum der Natur zu widmen. Deshalb vereinen die meisten Druiden heute die verschiedenen Tierformen und -aspekte in sich, um so ihren Zielen besser dienen zu können.

Kommen wir nun also zum zweiten großen Themenblock am heutigen Abend. Ein jeder von uns war schon einmal dort, die meisten jedoch nur als kurzzeitige Besucher und ohne es bewusst wahrzunehmen. Die Rede ist vom Reich der Träumerin, dem smaragdgrünen Traum.

Widmen wir uns zunächst der Frage, was der smaragdgrüne Traum überhaupt ist. Nun der Traum und Azeroth sind gewissermaßen Kopien voneinander, jedoch ist der Traum wild und unberührt. Der Smaragdtraum zeigt uns, wie Azeroth aussehen würde, wenn unsere Völker nicht Holz geschlagen, Flüsse umgeleiten oder Städte erbaut hätten. Dort wo man in unserer Welt einen Berg sieht, würde man auch im smaragdgrünen Traum einen vorfinden. Doch wo beispielsweise die Stadtmauern Stormwinds in den Himmel ragen, findet sich im Traum nur eine üppig bewachsene Wiese.

Die Natur ist im smaragdgrünen Traum in einem perfekten Gleichgewicht. Tiere jeglicher Art wandern durch seine Wälder, selbst solche, die in Azeroth bereits ausgestorben sind oder sich nie entwickeln konnten.

Doch auch der Traum birgt Schattenseiten. So hat eine dunkle Macht seinen Weg in diese Ebene gefunden. Die Rede ist vom sogenannten "Alptraum". Eine Verderbnis bringende Region, die sich durch den Traum bewegt und sich an den Ängsten und verdrehten Gedanken der träumenden labt. Dort wo der Alptraum auftaucht hinterlässt er Chaos, vor dem nicht einmal der grüne Drachenschwarm sicher ist. Niemand – selbst die Träumerin nicht – weiß, warum der Alptraum existiert, noch wie er sich entwickelt.

Warum der smaragdgrüne Traum besonders im Volk der Nachtelfen eine große Rolle spielt, hat vornehmlich zwei Gründe.

Durch die Verbindung zum Traum, die Nordrassil dank Yseras Macht besaß, konnten die nachtelfischen Druiden wesentlich leichter den smaragdgrünen Traum betreten, als dies heute der Fall ist. Auch band das Geschenk, das Ysera den Kal'dorei damit machte, die Druiden als Wächter der Natur an den Traum, weshalb die Druiden durch eine Art Winterschlaf in regelmäßigen Zeitabschnitten den Traum betraten und dort über die Natur Azeroths wachten.

Außerdem ist es den Druiden dadurch, dass der Smaragdtraum die reinste Form der Natur darstellt, möglich, mehr über die Natur zu lernen, als sie es je auf Azeroth hätten tun können. Die grünen Drachen lehren die Druiden innerhalb des Traums ebenfalls viele Dinge.Zum Biespiel wie sie kurzzeitig den smaragdgrünen Traum ihren Wünschen entsprechend anpassen können. Doch den Traum permanent zu verändern vermag nicht einmal Ysera...


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BeitragThema: Re: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 16:00

1.3 Der Feldzug gen Zin-Azshari beginnt

Elune-Adore, Brüder und Schwestern und ein herzliches Willkommen an die Mitglieder der anderen Völker.

Ein weiteres mal treffen wir uns, um die Vergangenheit in Form von Worten wieder lebendig zu machen. Nachdem wir uns in der letzten Geschichtsstunde mit dem Druidentum und dem Smaragdtraum auseinandergesetzt haben, wollen wir uns am heutigen Abend dem eigentlichen Beginn des Kriegs der Urtume, Königin Azshara und dem Anführer des nachtelfischen Widerstands – Lord Kur'talos Ravencrest – widmen.

Genau aus diesem Grund befinden wir uns nun an diesem eher abgelegenen Ort. Die zerbrochene Statue hinter mir war einst ein Denkmal für Lord Ravencrest.

Da es schon einige Zeit her ist, seit wir über die Traumvision, die Malfurion plagte, gesprochen haben, werde ich das Wissen dahingehend ein wenig auffrischen.

In seinem Traum sah er den Quell der Ewigkeit vor sich, den Ursprung der nachtelfischen Magie. Ein Strudel bildete sich darin und Kreaturen, fremdartig und böse, strömten daraus hervor. Und dann sah Malfurion Kalimdor ... aber er erblickte keine großen, schützenden Wälder, keine stolzen prunkvollen Städte. Er sah ein verwüstetes, zerstörtes Land, heimgesucht von einer solchen Bösartigkeit, dass kein Leben zurückgeblieben war. Kein Grashalm wuchs mehr und das Land war überseht von den geschundenen, zerschlagenen Knochen der Nachtelfen. Dann zog das Feuer über die Welt. Es verbrannte den Himmel, die Erde, den Wind, genoss es und gierte nach mehr.

Doch nun genug der Einführungsworte, beginnen wir mit dem nächsten Kapitel nachtelfischer Geschichte...

Malfurion wurde noch immer von den Bildern geplagt, die er in seiner Vision gesehen hatte. Cenarius und er waren gleichermaßen besorgt ob des Zaubers, der in Zin-Azshari gewoben wurde und Malfurion dachte einige Nächte darüber nach, was zu tun sei. Er wusste, dass die Nachtelfen irgendwie vor der Gefahr, die ihre geliebte Königin Azshara zusammen mit den Hochgeborenen heraufbeschwor, gewarnt werden mussten.

Allerdings war ihm auch bewusst, dass ihm, der durch sein anderes Wesen nur spöttische Blicke unter seinem Volk erntete, dies nur schwer gelingen würde. Als Malfurion in seinen Gedankengängen zu keinem Ergebnis kam, machte er sich auf den Weg nach Suramar, um im dortigen Tempel der Elune die Priester-Novizin Tyrande Whisperwind aufzusuchen und ihr von dem dunklen Omen und seinen Ängsten zu erzählen. Tyrande schenkte den Worten des jungen Druiden Gehör und war überzeugt, dass er die Wahrheit sprach. Dennoch war auch sie sich darüber im Klaren, dass das nachtelfische Volk niemals akzeptieren würde, dass ihre geliebte Königin Azshara – zusammen mit den Hochgeborenen – ihrer aller Untergang heraufbeschwören würde. Trotzdem wollten sie versuchen, Lord Kur'talos Ravencrest davon zu überzeugen, sobald sich die Möglichkeit dazu ergibt. Und jene Möglichkeit sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen...

Doch zunächst erst einmal zu Lord Ravencrest.

Seinen Namen besaß er nicht umsonst, denn vogelartig war vermutlich die beste Art, um seine Gesichtszüge zu beschreiben: Lang, schmal, mit einer schlanken Nase, die an einen nach unten gerichteten Schnabel erinnerte. Lord Kur'Talos Ravencrest war zur damaligen Zeit einer der wenigen nachtelfischen Adeligen, die sich auf Strategie und das Kämpfen verstanden. Die meisten anderen dieser Kaste waren viel zu sehr damit beschäftigt, ihre Arroganz offen zur Schau zu tragen, als das sie Zeit gehabt hätten sich mit Krieg oder dergleichen auseinander zu setzen. Doch nicht so Ravencrest. Er war gewissermaßen berühmt unter den Nachtelfen für sein strategisches Geschick und seine Fähigkeiten im Kampf. Auch hatte seine Familie solch einen großen Einfluss auf die Königin, dass selbst die Hochgeborenen ihn beneideten. Azshara schätzte seinen Rat und handelte oft nach diesem.

Zusammen mit Illidan, der ebenfalls in Suramar lebte, machte sich Malfurion - trotz seiner schlechten Aussichten auf Erfolg - zur Festung Black Rook, dem Ort, an dem Ravencrest residierte auf. Die Festung war einst von seinen Vorfahren und deren Untergebenen aus dem Granit eines Berges bei Suramar gemeißelt worden und wurde in ihrem Einfluss nur vom königlichen Palast übertroffen. Doch zu ihrer Überraschung waren sie nicht die einzigen, die um eine Audienz beim Herrn von Black Rook baten. Aus allen Teilen des nachtelfischen Reichs strömten Boten nach Suramar, die alle mit Kur'Talos Ravencrest zu sprechen wünschten und ein jeder von ihnen überbrachte beunruhigende Neuigkeiten. Man hatte die Nachtelfen vom Quell der Ewigkeit, der Quelle ihrer Magie, abgeschnitten. Selbst die Mondgarde, die mächtigsten Magier unter den Nachtelfen, waren nicht mehr in der Lage, Zauber zu wirken. Dadurch brach überall das blanke Chaos und Panik aus, nur von Zin-Azshari und der näheren Umgebung hatte man noch nichts gehört.

Schließlich waren Malfurion und Illidan an der Reihe. Malfurion berichtete, die skeptischen Blicke von Ravencrest und seinen Offizieren spürend, von seiner Vision. Von den seltsamen Dingen, die er in Zin-Azshari vermutete, den schrecklichen Kreaturen und dem alles verzehrenden Feuer. Seine Gedanken bezüglich der Königin behielt er aber für sich. Vermutlich hätte man ihn für verrückt erklärt, wäre nicht gerade in diesem Moment ein Bote in den Thronsaal gestürzt. Er konnte kaum noch stehen, seine Rüstung war teilweise von ihm gerissen worden und sein Körper war mit Wunden übersät.

Es war ein Bote aus Zin-Azshari. Laut seinen Aussagen, lag die Hauptstadt in Schutt und Asche. Seine weiteren Ausführungen bestätigten Malfurion in seinen Befürchtungen. Auch in Zin-Azshari hatten die Kal'dorei ihren Zugang zur Macht des Quells verloren und versammelten sich zu Hunderten vor den Palsttoren. Doch als sich die Tore schließlich öffneten, trat nicht ihre Königin heraus, sondern eine Horde wilder und blutrünstiger Dämonen. Sie verfolgten die Flüchtlinge und meuchelten jeden, der ihnen in ihre Klauen kam. Die Wachen auf den Palastmauern beobachteten alles ohne eine Regung zu zeigen.

Aus dem Bericht des Boten schlossen Ravencrest, seine Offiziere und die anwesenden Mitglieder der Mondgarde, dass Lord Xavius – der Anführer der Hochgeborenen und höchster Berater von Azshara – diese Dämonen heraufbeschworen hatte und Azshara in seiner Gewalt sei. Es schien für sie immer noch unmöglich, dass ihre Königin oder das Licht der Lichter, wie Azshara auch genannt wurde, dafür verantwortlich sein konnte...

Der Name „Azshara“ ist am heutigen Abend bereits sehr oft gefallen. Da die ehemalige Königin der Nachtelfen eine zentrale Rolle im Krieg der Urtume hatte, wollen wir uns auch mit ihr und ihrem Hofstaat genauer befassen. Azshara wurde als eine Vision der Vollkommenheit beschrieben. Sie war groß für eine Nachtelfe, in jedem ihrer Schritte wog Eleganz und keine Katze bewegte sich so selbstsicher wie sie. Sie wurde von den Kal'dorei nahezu vergöttert. Wenn sie atmete, war die Menge atemlos, wenn sie einem Krieger über die Wange strich, so zog er bereitwillig in den sicheren Tod. Aus diesem Grund verschlossen die Nachtelfen damals wohl ihre Augen bis zuletzt vor der wahren Persönlichkeit Azsharas und ihren Plänen. Und um jene Geschehnisse, von denen wir heute hörten und im Laufe der nächsten Geschichtsabende noch hören werden, nicht zu vergessen, gab unser Volk diesen verheerten Landen den Namen Azshara.

Azsharas Hofstaat bestand, wie wir bereits gehört haben, aus den Hochgeborenen. Viele Worte gibt es darüber nicht mehr zu verlieren. Jedoch sollte einer dieser Hochgeborenen erwähnt werden. Sein Name ist bereits gefallen. Ich spreche von Lord Xavius. Von all den Hochgeborenen war er der Höchste und auch der Gefährlichste. Er war sehr groß gewachsen und während der Großteil durch silbern leuchtende Augen sieht, waren Xavius' Augen schwarz und von waagrechten, rubinroten Streifen durchzogen. Natürlich spielte Magie dabei eine Rolle. Es gäbe noch einiges über seine weitere Geschichte zu berichten, doch würden wir damit den nächsten Geschichtsstunden etwas vorweg nehmen.

Kommen wir nun also zum letzten Geschichtsabschnitt für heute Abend.

Während die verbliebenen Soldaten der Nachtelfen sich um Lord Ravencrest und die Truppen von Suramar scharten und in Richtung Zin-Azshari aufbrachen, um ihre vermeintlich gefangene Königin zu befreien, betrat Malfurion wieder den Smaragdtraum um den Zauber, durch den die Magier der Nachtelfen offensichtlich von ihrer Macht abgeschnitten wurden, zu zerstören.
Viel über den Verlauf dieses Vorhabens ist leider nicht bekannt. Wir wissen nur, dass Malfurion nicht nur beim Zerstören des Schutzzaubers, der die Nachtelfen von ihrer Magie abschnitt, Erfolg hatte, sondern auch das Portal der Hochgeborenen schloss und Lord Xavius vernichtete.

Nachdem die inzwischen mehrere tausend Mann starke Armee der Nachtelfen drei Nächte in Richtung Zin-Azshari geritten war, traf sie zum ersten Mal auf die Dämonen der brennenden Legion. Der Kampf tobte und die Nachtelfen verloren nach und nach immer mehr an Boden gegen die schier endlosen Horden der Dämonen. Doch sollte sich das Kriegsblatt schon bald zu Gunsten der Kal'dorei wenden. Durch Malfurions Erfolg stand der Mondgarde wieder ihre volle Macht zur Verfügung und auch die Soldaten spürten die Rückkehr der Macht des Quells. Und so trieben sie die brennende Legion immer weiter in Richtung Zin-Azshari.

Doch lasst euch nicht täuschen. Dies ist erst der Beginn eines Krieges der viele Opfer forderte und großes Leid über die Welt brachte. Doch für den heutigen Abend sollen diese Eindrücke genügen.
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BeitragThema: Re: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 16:00

1.4 Von Wahnsinn und Verfall - Neltharions Verrat

Elune-Adore. Ein weiteres mal möchte ich im Namen der Nor'Ishur all jene begrüßen, die sich für die Geschichte und Kultur des nachtelfischen Volks interessieren. Unser heutiges Thema werden die fortlaufenden Kämpfe zwischen der Legion und den Nachtelfen und der Verrat des Drachenaspektes Neltharion - vielen besser bekannt als Deathwing der Zerstörer - sein.

Wie wir bereits das letzte Mal gehört haben, haben die Nachtelfen die Dämonen zunächst zurückdrängen können. Und genau an diesem Punkt wollen wir heute mit unserer Geschichtsstunde fortfahren.

Nach den ersten erfolgreichen Schlachten zogen sich die Nachtelfen zurück nach Suramar, den Sitz von Lord Ravencrest, um dort ihr weiteres Vorgehen zu planen. Während dieser Planungen trafen immer mehr Streitkräfte in Suramar ein. Denn der Schlachterfolg von der Armee Suramars hatte sich schnell herumgesprochen und so schlossen sich die vielen verschiedenen Adelsfamilien mit ihren Streitkräften unter dem Banner von Ravencrest zusammen. Bei den Planungen selbst wurde ein direkter Feldzug gen Zin-Azshari beschlossen. Die Nachtelfen wussten, dass sie den Dämonen zahlenmäßig weit unterlegen waren und wollten durch die schnelle Eroberung des Palastes ein rasches Ende der Dämonen erzwingen.

Die damalige Hohepriesterin – ihr Name war Dejahna – sprach davon, dass sie eine Vision hatte, in der Mutter Mond ihr erklärte, dass die Mondpriesterinnen mit in den Kampf gegen die Dämonen ziehen sollten und so schloss sich auch die Schwesternschaft der Streitmacht von Lord Ravencrest an. Für viele Kal'dorei war dies damals ein sehr ungewöhnlicher Anblick. Sie wussten zwar, dass ein Aspekt der Mondgöttin auch die Kriegerin der Nacht ist, doch war eine Priesterin in einer Kampfrüstung bis dahin ein sehr seltener Anblick.

Als die Planungen beendet waren, begannen die Nachtelfen ihren Marsch gen Zin-Azshari. In den ersten Tagen trafen sie auf keinerlei Widerstand und schlugen ihr Lager ein paar Tagesreisen entfernt von der Hauptstadt auf. Während sich die Armee in ihrem Lager ausruhte, ging Malfurion in einen nahe gelegenen Wald, wo er auf seinen Shan'do, den Halbgott Cenarius, traf. Cenarius lehrte den jungen Druiden die letzten, wichtigen Schritte auf dem Pfad des Druiden, um Malfurion die Möglichkeit zu geben, sich auf dem Schlachtfeld zu behaupten. Auch bat Malfurion Cenarius darum, mit den Halbgöttern in den Kampf zu ziehen, doch sollte es noch eine scheinbare Ewigkeit andauern, bis diese sich entschlossen aktiv in das Geschehen einzugreifen.

Gerade als die Streitkräfte des nachtelfischen Widerstands sich wieder auf den Weg in Richtung Zin-Azshari machen wollten, berichtete ein Späher Lord Ravencrest von einem Flüchtlingsstrom der von Dämonen gejagt wurde. Die Dämonen schienen der Armee der Nachtelfen zahlenmäßig weit unterlegen zu sein und so beschloss Ravencrest, dass die Armee sich zwischen die Flüchtlinge und die Dämonen schieben sollte, um die fliehenden Zivilisten zu retten. Ihr Plan schien zunächst aufzugehen, doch stellte sich der schnelle Sieg, den sie vermutet hatten, eine fatale Fehleinschätzung dar.

Während ihrem Kampf gegen die Dämonen wurde die Sonne nach und nach von dunklen Wolken verdeckt. Die Nachtelfen hielten dies zunächst für ein gutes Zeichen, verhinderten die Wolken doch, dass die Sonne ihre Kräfte schwächte und waren sich ihres Sieges umso sicherer. Doch gerade als der Sieg zum greifen nahe schien, wendete sich das Blatt. Die dunklen Wolken am Himmel waren lediglich eine Illusion, die eine riesige Menge an geflügelten Dämonen zu verstecken versuchte. Erst, als es bereits zu spät war, bemerkte Malfurion den Hinterhalt der Dämonen und so stürzte die Legion aus düsteren Wolken auf die Verteidiger herab.

Illidan, der inzwischen aufgrund seiner magischen Fähigkeiten zum Leibmagier Ravencrests aufgestiegen war und deshalb die wenigen Mitglieder der Mondgarde in der Armee anführte konnte von seinem Bruder Malfurion gewarnt werden. Dadurch konnten sie noch einen Teil der fliegenden Dämonen töten und somit eine komplette Vernichtung der nachtelfischen Armee verhindern. Dennoch musste die Streitmacht doch zahlreiche Verluste hinnehmen.

Die Nachtelfen wurden von der Legion immer weiter zurück gedrängt und auf ihrem Rückzug trieben die Streitkräfte die Flüchtlinge vor sich her. Die führte zu einer weiteren potentiellen Gefahr. Denn wenn die Flüchtlingsströme sich mit der Armee vermischt hätten, so wäre das blanke Chaos in den Reihen des nachtelfischen Widerstands ausgebrochen. Doch diese Katastrophe blieb durch das schnelle Handeln von einer weiteren, sehr wichtigen Person aus. Die Rede ist von Jarod Shadowsong, anfangs ein einfacher Captain der Stadtwache von Suramar, sollte er während dem Krieg der Urtume bald schon eine große Rolle spielen, doch dazu kommen wir in einer anderen Geschichtsstunde. Er brachte Ordnung in die Flüchtlingsströme und konnte so ein Zusammenstoßen von Soldaten und Zivilisten verhindern. Viele Offiziere folgten seinem Beispiel und trugen so ebenfalls zur Ordnung bei.

Die Dämonen jagten die Kal'dorei ohne Rast und die Situation der Armee schien zunehmen aussichtslos. Schon bald war der Berg Hyjal am Horizont zu sehen. Man könnte meinen, der heilige Berg hat den Soldaten der Nachtelfen neuen Kampfesmut gegeben. Denn durch einen Akt der Verzweiflung konnte sich die Armee aus ihrer misslichen Lage befreien. Malfurion und Illidan Stormrage schickten den Dämonen zusammen mit der Mondgarde ihre Zauber entgegen. Sie hatten einen Plan ausgeheckt, der vorsah, dass ein jeder von ihnen seine Zauber zufällig und ohne Absprache mit den anderen wob, um es den Hexenmeistern der Legion unmöglich zu machen Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Als die Verwirrung der Dämonen ihren Höhepunkt erreichte, erschallten die Hörner der Nachtelfen und die Soldaten warfen sich, unterstützt von den Schlachtgesängen der Mondpriesterinnen, mit neuer Motivation in den Kampf.

Die Verzweiflungstat zeigte ihre Wirkung und nun schienen die Dämonen die gejagten zu sein. Die Nachtelfen stoppten ihre Verfolgung westlich von Suramar, wo die Kal'dorei ihr Lager aufschlugen und rasteten. Einige adlige wollten die Dämonen weiter in Richtung Zin-Azshari drängen, doch Ravencrest wusste, wie sehr seine Soldaten eine Pause benötigten.

Während die Soldaten also rasteten, heilten die Mondpriesterinnen die Verwundeten. Auch Tyrande Whisperwind begab sich von einem Verletzten zum Nächsten. Auf ihrem Weg durch das Lager sollte sie jedoch auch ein Mädchen vorfinden, ein Kind, noch ein paar Jahre zu jung um eine Novizin im Tempel des Mondes zu werden. Es war eine Waise, sie hatte ihre Eltern auf der Flucht vor den Dämonen verloren und Tyrande beschloss, sie mit sich zu nehmen. Der Name dieser jungen Nachtelfe war Shandris Feathermoon, die heutige Anführerin unserer Schildwache. Sie sollte Tyrande im Verlauf des Kriegs wie ein zweiter Schatten folgen.

Die Nachtelfen rasteten nur zwei Tage, bevor die Schlacht von neuem begann. Sie konnten die Dämonen weiterhin zurück treiben, doch wie sich später zeigen sollte, war dies ebenfalls nur wieder ein Teil der Strategie der Legion. Während den fortlaufenden Kämpfen fiel die ehemalige Hohepriesterin Dejahna den Klingen der Dämonen zum Opfer. Auf ihrem Sterbebett benannte sie ihre Nachfolgerin, es sollte sich um die Priester-Novizin Tyrande Whisperwind handeln. Tyrande selbst konnte sich nicht erklären, wieso sie – eine einfache, junge Novizin – den älteren Priesterinnen vorgezogen wurde. Doch Dejahna und viele andere Priesterinnen hatten erkannt, dass Tyrande eine besondere Verbindung zur Mondgöttin hatte. Verwundete, bei denen andere Schwestern aufgegeben hatten, vermochte Tyrande zu heilen. Sie opferte ihre gesamte Zeit, die sie nicht an der Front verbrachte, für die Heilung von Verwundeten, schlief kaum und dennoch sah man ihr keinerlei Erschöpfung an.

Aber widmen wir uns nun wieder der Schlacht um die Zukunft Kalimdors. Die Nachtelfen konnten die Legion immer weiter zurück treiben und schon bald waren sie bei den Hügeln von Urae. Nicht weit hinter den Hügeln war die Hauptstadt Zin-Azshari und der Quell der Ewigkeit zu finden. Doch wie ich bereits erwähnt hatte, war der scheinbar schnelle Fortschritt der Nachtelfen nur eine Finte von Archimonde, denn hinter den Felsen der Hügel versteckte sich eine noch größere Armee der Legion. Die Nachtelfen bemerkten dies in ihrem Siegesrausch jedoch nicht und so kam es wie es kommen musste. Völlig überrascht von der neuen Menge an Gegnern verloren die Nachtelfen wieder nach und nach an Boden.

Gerade als sich die Armee unter Lord Ravencrest von ihrem Schock erholt hatte und sich den neuen Dämonenmassen wieder entgegenstellte, folgte auch schon der nächste Schicksalsschlag. Der Himmel begann sich zu verdunkeln und war von einem Geräusch, dass einem Donnergrollen ähnlich war, erfüllt. Jedoch waren es dieses mal keine Dämonenmassen, die nach dem Leben der Nachtelfen trachteten. Am Himmel versammelten sich hunderte, wenn nicht sogar tausende Drachen. Ein jeder Schwarm war anwesend. An der Spitze der Drachen flogen die fünf Aspekte. Alextrasza – Die Lebensbinderin, Ysera – Die Träumerin, Malygos – Der Magieweber, Nozdormu – Der Zeitlose und allen voran flog Neltharion – Der Erdwächter.

Die Kal'dorei sahen mit Hoffnung in den Himmel, wussten sie doch, dass die Drachen zu ihrer Hilfe kamen um Kalimdor vor der Zerstörung zu bewahren. Zunächst sah es auch so aus, als hätten die Dämonen den Drachen nichts entgegenzusetzen. Neltharion trug eine goldene Scheibe, die im Verlauf der Geschichte den Namen „Dämonenseele“ erhalten sollte, mit sich. Der schlichte Anblick der Scheibe war trügerisch, er richtete sie auf die Streitkräfte der Legion und ein goldener Strahl schoss daraus hervor, der alle Dämonen, die von ihm getroffen wurden auslöschte. Die anderen Drachen betrachteten das Geschehen ohne sich selbst in den Kampf zu stürzen. Die Dämonen zeigten Angesichts dieses mächtigen Artefakts das erste Mal Angst auf dem Schlachtfeld und begannen zu fliehen.

Die Nachtelfen ergriffen ihre Chance und verfolgten die fliehenden Dämonenmassen, doch dann traf plötzlich ein weiterer Strahl der Dämonenseele die Armee der Nachtelfen und führte dort zu genau so großen Verlusten, wie unter den Dämonen. Dies war der Moment, in dem sich der Wahnsinn, der Neltharion einmal den Namen Deathwing bescheren sollte, in schrecklichster Weise der Welt offenbarte. Er sprach davon die ganze Welt unterwerfen zu wollen. Malygos – der blaue Aspekt – war der Erste, der sich gegen Neltharion erhob. Sowohl die Legion als auch die Nachtelfen starrten auf die Geschehnisse am Himmel. Malygos versuchte die Existenz der Scheibe mit einem Zauber auszulöschen, allerdings wurde der Zauber vom Erdwächter abgewehrt. Dann wurde der blaue Aspekt von der Macht der Dämonenseele getroffen und hinter den Horizont geschleudert, die restlichen Drachen des blauen Schwarms sollte ein schlimmeres Schicksal ereilen. Sie trockneten langsam aus und zerfielen noch in der Luft zu Staub ohne sich dagegen wehren zu können.

Noch bevor die anderen Drachenschwärme ihre gefallenen Brüder rächen und sich gegen Neltharion erheben konnten fegte ein magischer Sturm auch sie davon. Der Wahnsinn hatte nicht nur Neltharions Geist vergiftet, sondern drohte auch seinen Körper zu zerreißen. Risse bildeten sich in seinen Schuppen und aus den Wunden floss glühend heiße Lava. So zog sich letztendlich auch Neltharion selbst zurück und überließ die beiden kämpfenden Fraktionen wieder ihrem Schicksal.

Und die Schlacht sollte nicht zugunsten der Nachtelfen verlaufen. Sie wurden erneut zurück gedrängt. Tyrande Whisperwind wurde, während die Schlacht tobte, schwer verletzt. Malfurion Stormrage rettete die Hohpriesterin und brachte sie an einen scheinbar sicheren Ort hinter die Frontlinien. Doch sollte der Ort, den Malfurion sich ausgesucht hatte, nicht so sicher sein, wie er vermutet hatte. Wie aus dem Nichts tauchte eine Gruppe Satyrn auf. Einer von ihnen hatte schwarze Augen, über die Horizontal rubinrote schlieren verliefen. Es war der Hochgeborene Lord Xavius. Sargeras hatte dem toten Nachtelf einen neuen Körper gegeben um ihm weiterhin zu dienen.

Malfurion wurde von zwei Satyrn festgehalten, während Xavius versuchte, die bewusstlose Hohepriesterin in ein Portal zu tragen, das drei weitere Satyrn geöffnet hatten. Doch als er gerade vor dem Portal stand, traf ihn ein Pfeil in die Schulter und die Priesterin rutschte aus seinem Griff. Weitere Pfeile schossen aus dem Wald und töteten einen der Satyrn, die das Portal geöffnet hatten. Malfurion Stormrage nutzte den Moment der Ablenkung und befreite sich aus dem Griff der beiden Satyrn mit Hilfe seiner druidischen Fähigkeiten. Nun stellte sich Xavius Malfurion erneut zum Kampf. Malfurion ließ das Holz des Pfeils, der immer noch in Xavius' Schulter steckte, zu einem Baum heranwachsen, der Xavius verschlang. Xavius sollte in Zukunft also nur noch Leben hervorbringen.

Doch einer der beiden Satyrn die immer noch das Portal geöffnet hielten, griff nach Tyrande Whisperwind und brachte sie durch das Portal. Als der letzte verbliebene Satyr das Portal durchschritt, verschwand es und die Hohepriesterin schien verloren. Etwa zur gleichen Zeit sollte ein weiterer Rückschlag die Motivation der Nachtelfen stark treffen. Ein Spion des Palastes, der sich in die Reihen der Nachtelfen geschlichen hatte, meuchelte Lord Kur'talos Ravencrest feige während die Schlacht tobte.

Als ob der Himmel selbst zornig und traurig zugleich über die Entführung der Hohepriesterin zu sein schien, brach ein schrecklicher Sturm über die beiden Seiten herein, dem sie nichts entgegensetzen zu hatten. Nachtelfen und Dämonen flohen vor der Gewalt der Natur, bis sich der Sturm von den Nachtelfen abwandte und die Dämonen in Richtung Zin-Azshari trieb. Heute wissen wir, dass dieser Sturm aufgrund der engen Verbindung Malfurions zur Natur entstand. Seine Gefühle, seine Trauer über den Verlust der Hohepriesterin gingen gewissermaßen auf die Natur selbst über.

Die Motivation der Soldaten sank durch den Verlust ihres beliebten Heerführers stark und wie es die Tradition der Nachtelfen zur damaligen Zeit so wollte, wurde ein anderer Adliger zum Anführer der Streitmacht ernannt. Sein Name war Desdel Stareye. Er war gewissermaßen das genaue Gegenteil von Lord Ravencrest: Arrogant, keinerlei taktisches Verständnis und er war nicht bereit sich im Kampf die Hände schmutzig zu machen. Das Schlimmste, was den nachtelfischen Streitkräften also passieren konnte, könnte man sagen.

Ein weiterer Rückschlag für die nachtelfische Armee war das plötzliche Verschwinden von Illidan Stormrage. Wie sich später herausstellen sollte, hatte er die Truppen des nachtelfischen Widerstands in seiner Gier nach Macht verraten und war zum Palast übergelaufen.

Doch es gab auch einen Lichtblick in der wohl dunkelsten Stunde des Kriegs. Die anderen Völker, Irdene, Furbolgs und Tauren schlossen sich den Nachtelfen an. Die Nachtelfen wären zur damaligen Zeit viel zu arrogant gewesen um die – in ihren Augen – minderwertigen Wesen selbst zu fragen. Doch konnte Jarod Shadowsong den Adel irgendwie davon überzeugen, sich zumindest halbwegs mit den anderen Rassen zu verbünden und somit die Truppenstärke zu erhöhen.

Desdel Stareye hatte den restlichen Adel von einer Taktik überzeugt, die die nachtelfischen Streitkräfte erneut auf eine harte Probe stellen sollte. Er wollte mehrere Keile in die Reihen der Dämonen schicken und so die Dämonen vernichten. Es ist ebenfalls Jarod Shadowsong zu verdanken, dass diese leichtsinnige Strategie nicht in einer Auslöschung der Armee endete. Jedesmal wenn ein Keil abzustumpfen drohte, bat der Captain der Stadtwache die anderen Völker die Reihen wieder aufzufüllen.

Doch letztendlich kam es, wie es kommen musste und das Vorhaben des arroganzen Adligen Stareye endete in einer Katastrophe. Verdammniswachen flogen mit Krügen, in denen eine rote, brodelnde Flüssigkeit war, über die Reihen der Nachtelfen und schütteten den kochend heißen Inhalt über den Keilen aus. Zahlreiche Soldaten verbrannten. Und Desdel Stareye wurde zum Opfer seiner eigenen Arroganz. Als Jarod Shadowsong versuchte ihn vor dem Angriff der Verdammniswachen zu retten, fuhr der Adlige ihn an, was dem Captain einfiele einen Adligen zu anzufassen. Jarod konnte sich nur selbst in Sicherheit bringen und mit ansehen wie Stareye und dessen Leibwache bei lebendigem Leib verbrannten.
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BeitragThema: Re: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 16:01

1.5 Die Götterwelt der Nachtelfen

Schwestern und Brüder, geehrte Gäste. Es ist mir eine Ehre den heutigen Vortrag anstelle der Mondpriesterin Deliantha Mondschreiter halten zu dürfen.

In der letzten Geschichsstunde hörten wir, wie die großen Drachenschwärme in den Kampf um Kalimdor eingriffen und wie sie aus ihrer Mitte heraus durch Neltharion, besser bekannt als Deathwing, verraten wurden. Wir haben erfahren, wie die Irdenen, Tauren und Furbolgs zu den Kaldorei stießen, gerade als deren Armee schon zu scheitern drohte. Wir endeten mit dem seiner eigenen Arroganz verschuldeten Tod Desdel Stareyes. Auch seine Strategie mit der er die Dämonen in die Knie zwingen wollte, scheiterte kläglich. Damit war der Kampf um Azeroth jedoch noch lange nicht entschieden.

Dennoch wollen wir heute den Schauplatz des Krieges verlassen und uns den sagenumwobenen Göttern der Kaldorei widmen, denn diese werden für den weiteren Kriegsverlauf noch von entscheidender Bedeutung sein.


Beginnen wir zunächst mit der wohl bekanntesten Gottheit, mit Elune der Mondgöttin. Sie ist die wohl wichtigste Gottheit der Nachtelfen. Seit dem Beginn dieser Welt ist sie die Beschützerin aller Lebewesen, eine Göttin des Friedens und Heilung. Allein ihr Gesang stoppte die Gewalt, die das Leben bedrohte und das in ihrem Namen gesegnete Wasser spendet Kraft, lindert Schmerzen.

Schon lange vor dem Krieg der Ahnen verehrten die Kaldorei die Mondgöttin als ihre Schöpferin, weshalb sie oft auch als Mutter Mond bezeichnet wird. Einer Sage nach glaubten die Kaldorei damals, Elune würde tagsüber im Quell der Ewigkeit ruhen und des Nachts aus diesem emporsteigen um über die Welt zu wachen.

Obwohl Elune nie eine körperliche Gestalt angenommen hat, zeigen die Kaldorei ihre hohe Mutter als eine wunderschöne Nachtelfe mit alabasterfarbener Haut, langen weisen Haaren und Augen aus reinem Mondlicht.


Doch Elune steht nicht nur für Schutz und Frieden allein. Sie wird auch als Kriegerin der Nacht bezeichnet, ziehen die Kaldorei doch stets in ihrem Namen in die Schlacht. Auch nimmt Elune jene zu sich, die tapfer auf dem Schlachtfeld gefallen sind und lässt sie als Sterne über den Nachthimmel reiten.

Der Glaube an die Mondgöttin ist tief in der Gesellschaft der Kaldorei verwurzelt, sehen die Kaldorei sich, wie bereits erwähnt, als Elunes Kinder an. Im Grunde verehrt jeder Nachtelf die Göttin und in Zeiten des Krieges sind es nicht nur die Priesterinnen, die ihren Schlachtrufe Elune widmen. Das religiöse Zentrum stellt dennoch die Schwesternschaft mit der Hohepriesterin Tyrande Wisperwind an ihrer Spitze dar, welche auch das Volk der Kaldorei anführen.


Neben Elune verehren die Nachtelfen jedoch noch zahlreiche andere Götter. Der Wichtigste unter ihnen ist wohl Elunes Sohn Cenarius, von dem wir bereits in früheren Geschichtsstunden gehört haben. Er gilt als der Herr des Waldes und der Natur.

Er war ein Wesen mit dem Oberkörper eines Nachtelfen und dem Unterleib eines prächtigen Hirsches, der die Natur um sich herum durch die bloße Berührung seiner Hufe zum Erblühen brachte. Ihm wird zudem eine enge, gänzlich einzigartige Verbindung zum smaragdgrünen Traum, dem Reich des grünen Drachenaspekt Ysera, nachgesagt.

Malfurion Stormrage war der erste Nachtelf, den der Halbott das Druidentum lehrte. Dies ist auch der Grund warum die Druiden zu seinen größten Anhängern gehören. Während dem Krieg der Ahnen spielte der Halbgott eine entscheidende Rolle, wie wir in einem kommenden Vortrag noch hören werden. Seit Ende des Krieges wachte und beschütze Cenarius die Kaldorei und unterstützte Malfurion bei der Verbreitung des Druidentum, führte mit ihm gemeinsam den Zirkel des Cenarius an.

Tragischer Weise wurde die körperliche Gestalt des Halbgottes im dritten Krieg von dem Orc Grom Hellscream vernichtet, ein Frevel den viele Kaldorei den Orc bis heute nicht verziehen haben. Viele Druiden sind jedoch davon überzeugt, dass Cenarius eines Tages wiedergeboren wird.


Wie bereits erwähnt ist Cenarius der Sohn Elunes. Sein Vater ist Malorne, ein riesiger, weißer Hirsch mit silbernen Augen voller Weisheit. Er wird als Vater aller lebender Wesen verehrt. Den Kaldorei erschien er immer in Momenten größter Not, als Wahrer des Friedens und Symbol der Tugend. Seine bloße Anwesenheit genügte um Streite zu schlichten und Kriege zu verhindern.

Malorne wanderte bereits über die Welt, als Azeroth noch jung war. Daher beten Nachtelfen, die sich verirrt haben auch zu ihm als den Wegwächter, damit er ihnen den richtigen Pfad in die Heimat zeigen möge.

Um die enge Verbindung zwischen ihm und Elune zu verdeutlichen, errichten die Nachtelfen Tempel zu Ehren beider Gottheiten oft nebeneinander.


Elune, Malorne und Cenarius stellen die wichtigsten und meist verehrten Gottheiten der Nachtelfen dar. Neben ihnen existieren jedoch noch weitere, welche, obwohl sie wie Cenarius ihre körperliche Hülle verloren haben, immer noch von den Kaldorei verehrt werden.

Da wären zum Beispiel die Bärenbrüder Ursoc und Ursol. Während sich um viele andere Halbgötter nur noch Legenden rankten, waren Ursol und Ursoc schon immer enge und gute Freunde der Nachtelfen. Sie wandelten unter ihnen, feierten und lebten mit ihnen, weshalb sie mit der Zeit auch viele Eigenschaften der sterblichen Rassen an nahmen. Ursoc braute Bier in abgelegenen Waldlichtungen und Ursol schnitze Figuren aus abgestorbenen Bäumen.

Ursoc und Ursol gelten als die Schutzgötter als jener, die das Gleichgewicht der Natur bewahren, doch auch für ihre Kraft und ihr kämpferisches Gemüt werden sie verehrt.

Unter den Nachtelfen sind vor allem Druiden der Kralle Anhänger der Bärenbrüder. Sie haben den Bär und damit die beiden Halbgötter als ihr Totem gewählt und erhalten von ihnen Stärke, Ausdauer und Kampfeskraft, die ihre Bärengestalt ausmacht. Zu Ehren Ursoc und Ursols pilgern die Druiden oft und lange auf Pfaden, die einst schon die Bärenbrüder beschritten haben. Doch die größten Verehrer der Brüder sind nicht die Nachtelfen, sondern die Furbolgs.


Eine weiteres Wesen, welches den Legenden nach eines der ersten Kreaturen war, die Azeroth durchwanderte trägt den Namen Agamaggan. Der Halbgott in Gestalt eines gigantischen Ebens verkörpert die Unbändigkeit und Wildheit der Natur. Stets suchte er den Konflikt und den Kampf mit anderen Kreaturen, hielt sich aber von dem Reich der Nachtelfen fern und griff diese nie an.

Eine gewisse Sonderrolle nimmt Aviana im Kreise der Halbgötter ein. Den Geschichten nach war sie einst ein gewöhnlicher Rabe, der von Elune dazu erwählt wurde Nachrichten von ihr zu den anderen Halbgöttern zu tragen. Jeder Gott, auch Elune selbst, schenkte ihr für diese Aufgabe einen Teil seiner Macht, bis Aviana schließlich zu einer der Ihren wurde. Sie gilt als Herrin aller fliegenden Wesen und Wächterin des großen Mutterbaum G'Hanir.
So sehen die Nachtelfen Aviana als einen prächtigen schwarzen Raben. Andere Rassen zeigt Aviana sich als Tauber oder Adler und sie liebt alle diese Gestalten. Sie vermag es jedoch auch die Gestalt der sterblichen Völker anzunehmen.

In erster Linie sind es die Druiden der Klaue, welche Aviana verehren, da auch sie in ihrer Fluggestalt während der Kriege Nachrichten überbringen, den Gegner und das Schlachtfeld auskundschaften.
Im Dienst der anderen Halbgötter erlangte Aviana großes Wissen und vieler Weisheiten, weshalb sie auch als Hüterin des Wissens und der Geheimnisse dieser Welt verehrt wird.

Alle nun genannten Gottheiten wird, wie ihr euch sicherlich denken könnt, im Krieg der Ahnen noch eine entscheidende Rolle zuteil werden. Doch neben ihnen existieren auch noch zahlreiche andere Götter, um die sich heute jedoch nur noch Legenden ranken. Wesen, deren Namen vergessen wurden oder den sterblichen Völkern nie bekannt geworden sind.
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BeitragThema: Re: Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen   Mo Jun 20 2011, 16:02

1.6 Das Ende einer Zivilisation - Ein neuer Anfang

Brüder und Schwestern, Angehörige der anderen Völker. Wieder einmal heißen die Nor'Ishur euch alle herzlich Willkommen. Ein weiteres und vorerst letztes mal wollen wir ein Stück nachtelfischer Geschichte erneut mit Worten lebendig machen, sodass wir alle aus der Vergangenheit lernen können.

Wie jedes Mal werde ich zunächst ein wenig die Erinnerungen der letzten Geschichtsstunde auffrischen. Die letzte Stunde handelte vom Verrat des schwarzen Drachenaspektes Neltharion und den damit verbundenen Einsatz der Dämonenseele. Außerdem hörten wir, dass der Anführer des nachtelfischen Widerstands Lord Kur'talos Ravencrest hinterhältig von einem Spion des Palastes getötet wurde und ein arroganzer Adliger – Desdel Stareye – seinen Platz einnahm. Allerdings fiel dieser Adlige kurze Zeit darauf seiner eigenen Arroganz zum Opfer.

Am heutigen Abend werden wir die Geschichte um den Krieg der Urtume zu einem Ende bringen, von der Teilung der Welt und der Entstehung des Weltenbaums erzählen.

Jarod Shadowsong übernimmt darauf hin geistesgegenwärtig und wohl aus Pflichtbewusstsein die Rolle als Anführer und lässt die Bogenschützen der Armee die Verdammniswachen unter Beschuss nehmen. Sein Handeln spricht sich schnell unter den Soldaten herum und so kommen alle Offiziere, die Befehle oder Rat benötigten zu ihm. Sogar die anderen Völker bitten um seinen Rat. Unter seiner Führung wendet sich das Kriegsblatt wieder zugunsten der nachtelfischen Truppen. Selbst die Adligen schienen nach dem Ende von Stareye verstanden zu haben, dass der Krieg nicht ihrem Vergnügen dient und ernennen Jarod Shadowsong offiziell zum Anführer der nachtelfischen Streitmacht.

Jarod Shadowsong brachte die verschiedenen Völker dazu zusammen zu kämpfen, was die Reihen der Nachtelfen enorm verstärkte, da die anderen Völker zu diesem Zeitpunkt noch nicht so erschöpft von den Kämpfen waren. Das Kriegsglück schien sich unter Jarod Shadowsong weiter positiv für den nachtelfischen Widerstand zu wenden. Denn gerade, als die Schlacht zu einem blutigen Stellungskampf zu werden drohte, sollte die Armee weitere Unterstützung bekommen.

Denn in einer kurzen Schlachtpause sollten Gestalten am Horizont auftauchen, die die Nachtelfen im Laufe der Jahrhunderte vergessen hatten. Und so dachten die Nachtelfen es würde sich um eine weitere Horde von Dämonen handeln. Sie zogen ihre Waffen und stellten sich in Schlachtformation auf, die Tauren, Irdenen und Furbolgs jedoch, rührten sich nicht von der Stelle. Als Jarod sie bat ihnen im Kampf zu helfen, verweigerten sie ihm diesen Wunsch. Sie würden nicht gegen diese Wesen kämpfen.

Nur Malfurion Stormrage wusste unter den Nachtelfen, wem sie da gegenüberstanden. Und so sprach er zu Jarod „Dies sind keine Dämonen, dies sind die Urgewalten Kalimdors. Die Halbgötter und Beschützer unserer Welt.“ Jarod brachte seine Streitkräfte sofort dazu die Waffen niederzulegen. Es war ein wahrlich beeindruckender Anblick. Bergriesen, Dryaden und Urtume wanderten zwischen den riesigen Gestalten – den Halbgöttern. In der Luft schwirrten unzählige Vogelschwärme verschiedenster Arten. In ihrer Mitte flog Aviana, die Herrin der Vögel. An der Spitze dieser wohl für viele Augen ungewöhnlichen Armee bewegte sich Cenarius, der Herr des Waldes.

Cenarius blieb vor Jarod Shadowsong und Malfurion Stormrage stehen. Er fragte seinen Schüler, wem er die Treue für den Kampf schwören solle, Malfurion verwies ihn an Jarod Shadowsong. Und so kniete Cenarius höchst-selbst vor dem jungen Wachmann aus Suramar, der zum Anführer der Nachtelfen geworden war, nieder und schwor diesem die Treue im Kampf gegen die Legion. Dieser Augenblick klang so unglaublich, dass sich dieses Ereignis schnell unter den Soldaten verbreitete und somit Jarods Führungsposition umso mehr gesichert war. Selbst heute ranken sich noch Legenden um jenes Ereignis unter unserem Volk. In einer solchen Geschichte heißt es, Jarod Shadowsong war in eine strahlende goldene Rüstung gehüllt und hätte den Waldgott Cenarius mit einem magischen Schwert zum Ritter geschlagen.

Durch dieses Ereignis beflügelt setzten die Völker Kalimdors ihre Schlacht gegen die Dämonen fort. Doch als die Schlacht schon eine weile tobte, brach plötzlich ein Keil durch die nachtelfischen Reihen. Höllenbestien, die durch Zauber der Eredar geschützt waren brachen trampelten alles nieder, was ihnen im Weg war und konnten durch die magischen Schilde der Hexenmeister nicht auf normalen Weg aufgehalten werden. Gerade als der Keil drohte das Heer zu spalten, ertönte ein einzelnes Schlachthorn. Jarod Shadowsong hatte die Armee der Urtume versammelt und ritt auf einem Nachtsäbler an ihrer Spitze dem Keil entgegen. Hinter ihm folgten Cenarius, dann die Zwillingsbären Ursoc und Ursol und über ihnen flog Aviana.

Die Halbgötter stürmten den Höllenbestien entgegen und der magische Schild, von dem die Höllenbestien geschützt wurden, hatte keinerleit Bedeutung für die Urgewalten Kalimdors, kannten sie doch die natürliche Magie, die der Welt selbst innewohnte seit ihrer Entstehung. Die Höllenbestien wurden von ihnen einfach hinweggefegt und in die Reihen der Legion zurückgeworfen. Als der Keil der Legion nicht mehr vorhanden war, stürmte der Ebergott Agamaggan an allen vorbei, mitten in die Reihen der Dämonen hinein. Er schleuderte Dämonen durch die Luft und jeder Dämon, der so töricht war sich ihm entgegenzustellen wurde einfach zertrampelt. Seine stachlige Mähne füllte sich zusehends mit toten Dämonen.

Die anderen Halbgötter folgten dem Eber und vernichteten die Dämonen, die sich ihnen stellten mit Leichtigkeit. Die Zwillingsbären fegten mit ihren Krallen Dämonenmassen einfach hin fort. Cenarius ließ die Dämonen den Zorn der Welt spüren, die sie vernichten wollten. Ein anderer Halbgott, von dem vermutet wird, dass es sich dabei um Omen handelt, ließ ein Wesen – einem Menschen nicht unähnlich auf sich reiten. Omens Reiter trug eine magische Sichel mit sich, die er den Dämonen entgegen warf und die – nachdem sie jedes mal eine tödliche Ernte eingeholt hatte – wieder zu ihrem Träger zurückkehrte.

Gerade als die Verdammniswachen versuchten, das Chaos, das in den Reihen der Legion ausgebrochen war, zu ordnen, stürzten sich Avianas Vogelschwärme auf die geflügelten Dämonen. Die Dämonen begannen zunächst zu fliehen, im Angesicht solch mächtiger Kreaturen schienen selbst sie so etwas wie Angst zu zeigen. Doch kurz darauf stellten sie sich wieder den Halbgöttern, mit der Wut der Verzweiflung. Warum sie nicht weiter geflohen sind, wissen wir nicht. Vermutlich hat ihr Anführer – Archimonde – ihnen gedroht.

Doch auch die Halbgötter, hielten den endlosen Angriffen der Legion nicht ewig stand. Aviana sollte die erste sein, die ihr Leben lassen musste. Eine Horde von Verdammniswachen bahnte sich den Weg durch die Vogelschwärme der Herrin der Lüfte. Viele dieser Dämonen starben bei dem Versuch, doch ein paar von ihnen konnten Aviana umzingeln und stachen ihre Lanzen in den Körper der Halbgöttin. Mit einem Schrei eines Rabens sackte die Halbgöttin zusammen. Doch selbst nach ihrem Tod konnte sie ihre Mörder noch zur Rechenschaft ziehen. Als das Blut Avianas über die Lanzen der Dämonen floss und ihre Körper berührte, begannen sie sich gegenseitig zu zerfetzen.

Auch an den anderen Halbgöttern war der Kampf nicht spurlos vorbei gegangen. Cenarius war übersät von Schnittwunden und in den Körpern der beiden Zwillingsbären Ursoc und Ursol steckten Lanzen und klingen. Doch sie kämpften weiter, durch den Tod Avianas angespornt. Erst dann folgten auch die Völker Kalimdors den Halbgöttern in die Schlacht, die bis zu diesem Zeitpunkt gebannt den kämpfenden Halbgöttern zugesehen hatten. Die Entscheidungsschlacht um das Schicksal von Kalimdor hatte also begonnen.

Im weiteren Verlauf der Kämpfe wurde einer der Zwillingsbären von Teufelsbestien zu Fall gebracht. Der zweite der Bären bahnte sich einen Weg zu seinem Bruder und riss ihm die Teufelsbestien, die sich an seiner Lebensenergie labten aus dem Fleisch, doch er kam zu spät. Der Bär war bereits tot. Mit einem wutentbranntem Schrei wütete der noch lebendige der beiden Zwillingsbären durch die Dämonenmassen, bis er nicht mehr zu sehen war. Nach einem letzten klagenden Schrei herrschte eine bedrückende Stille. Ursoc und Ursol waren beide der Legion zum Opfer gefallen.

Agamaggan wütete weiter durch die Dämonenmassen, doch irgendwann stürzte er zu Boden. Die Legion stürzte sich über den Ebergott. Doch selbst im Todeskampf tötete er noch jene Dämonen die sich auf ihn geworfen hatten. Letztendlich lag der tote Ebergott unter einem Grabhügel von toten Dämonen. Durch den Tod seiner Brüder schien Cenarius noch weiter angespornt worden zu sein. Doch dies machte ihn leichtsinnig. Gerade als ihn die Dämonen umzingelt hatten brach ein weißer Schemen durch die Reihen der Legion und trampelte jeden Dämonen nieder, der in seinem Weg stand. Als er schließlich beim verletzten Halbgott war, offenbarte sich, um welches Wesen es sich dabei handelte. Es war Malorne der Wegwächter, der Vater von Cenarius. Er rettete seinen Sohn. Sein Fell glänzte in einem weiß, dass so rein war wie das Licht des Mondes. Die Dämonen konnten diesen Anblick nicht ertragen und wurden geblendet und nach und nach von Malorne getötet. Der stark verletzte Cenarius zog sich aus dem Kampf zurück, so wie es sein Vater verlangte.

Doch plötzlich schoss ein schwarzer Blitz in Richtung Malorne und traf auf dem Boden um den Wegwächter auf. Ein Kreis aus jenem grünen Feuer, das für die Legion so bezeichnend ist, forme sich um den Halbgott und Hände, die aus der Erde kamen griffen nach den Füßen des Halbgottes. Dann teilten sich die Reihen der Dämonen und ihr Anführer, Archimonde, trat zum ersten mal vor.
Malorne schüttelte unbeeindruckt die Hände an seinen Füßen ab, senkte sein Geweih und stürzte sich mit einem lauten Schnauben auf Archimonde. Der Aufprall löste um die beiden Wesen herum ein Erdbeben aus, dass die Dämonen und Soldaten in ihrer Nähe zu boden fallen ließ. Das Geweih von Malorne schnitt in Archimondes Fleisch, doch Archimondes zauber verbrannten auch das Fell des Halbgottes und ließ blutige Wunden entstehen.

Am Ende sollte Archimonde den Sieg davon tragen. Er brach dem Wegwächter in diesem Zweikampf das Genick. Doch gerade, als er seinen Sieg auskosten zu wollen schien, begannen Ranken aus dem Boden zu kriechen und sich um die Beine des Dämonen zu legen. Als er heraus riss begannen die herausgerissenen Ranken sich um seine Arme zu legen. Dann trat Malfurion Stormrage vor, er drehte ein Blatt in seiner Hand, das zu den Ranken gepasst hätte. Nach und nach wurde beinahe Archimondes gesamter Körper von den Ranken bedeckt, doch konnte sich der Dämon mit einem Zauber gerade noch vor dem sicheren Tod retten und verschwand.

Und so begannen die Kämpfe um unsere Welt von neuem. Und in dieser dunklen Stunde, als Nachtelfen, Irdene, Tauren und Furbolgs durch den Verlust der Halbgötter von den Dämonen zurück gedrängt wurden, erhoben sich erneut die Drachen. Rote, bronzene und grüne Drachen waren zurückgekehrt um den sterblichen Völkern endlich die Hilfe zu geben, die sie benötigten, um die Dämonenbrut endgültig von der Welt zu tilgen. Die roten ließen ein flammendes Inferno auf die Legion hernieder hageln, die bronzenen drehten für einige Dämonen die Zeit um, was großes Chaos in den Reihen der Dämonen auslöste und die Grünen, die mehr wie Schemen wirkten, als wie Wesen unserer Welt, schickten der Legion Alpträume, die die Dämonen dazu brachten, sich gegenseitig zu zerreißen.

Die Dämonen wurden also langsam immer weiter in Richtung Zin-Azshari gedrängt. Doch sie kamen nicht schnell genug voran. Das Portal, das die Hochgeborenen in der Zwischenzeit an den Quell der Ewigkeit selbst verlegt hatten, stand kurz vor seiner Vollendung, sodass Sargeras es hätte durchschreiten können. Und so flog Malfurion auf dem Rücken Yseras mit den zwei anderen Aspekten Alextrasza und Nozdormu zum Quell der Ewigkeit, um das Portal zu zerstören.

Am Rande des Quells traf Malfurion Stormrage auf seinen Zwillingsbruder Illidan und auf die Hohepriesterin Tyrande Whisperwind. Tyrande Whisperwind war eine gefangene der Legion, doch wurde sie aus dem Kerker des Palastes durch eine Gruppe Hochgeborener befreit. Der Name des Anführers dieser Gruppe war Dath'Remar Sunstrider. Dieser Teil der Hochgeborenen, hatte bemerkt, dass die Königin vom Wahnsinn befallen war und war deshalb zusammen mit Tyrande Whisperwind geflohen. Während ihrer Flucht hatte die Hohepriesterin die Hochgeborenen verloren und wurde von Illidan Stormrage gefunden, der sie mit sich nahm.

Auf dem Schlachtfeld kämpfte die Legion weiter gegen die Völker Kalimdors. Gerade als Jarod Shadowsong seine Schwester Maiev vor den Klauen der Dämonen gerettet hat, ergriff ein Sturm alle Dämonen und Verbündete um Jarod herum und Archimonde trat erneut vor. Es kam zu einem Duell zwischen Archimonde und Jarod Shadowsong. Obwohl Jarod keine großen Chancen auf Erfolg hatte, kämpfte er ohne Angst zu zeigen gegen Archimonde und stand jedes mal erneut auf, wenn er zu Bode geganen war.

Was genau am Quell der Ewigkeit geschah, können wir heute nicht mehr sagen. Sicher ist nur, dass Malfurion und Illidan Stormrage es gemeinsam schafften, das Portal zu destabilisieren und den Portalzauber umzukehren, sodass ein Sturm über ganz Kalimdor hinweg fegte, der jedoch nur die Dämonen ergriff und sie zurück in das Portal schleuderte. Auch Archimonde wurde von diesem Sturm ergriffen und so überlebte Jarod das Duell gegen den Dämon schwer verletzt. Was wir ebenfalls noch wissen ist, dass Sargeras versuchte das instabile Portal zu betreten und dieses somit zum implodieren brachte.

Der Mahlstrom, der sich im Quell der Ewigkeit gebildet hatte wuchs an und unkontrollierte Energien knisterten in den schwarzen Wassern. Er verschlang alles in seiner Nähe. Der Palast von Königin Azshara versank zusammen mit der Königin und ihren Dienern in den Wassern des Quells der Ewigkeit. Doch der Quell hungerte nach mehr und zog große Teile Kalimdors zu sich. Malfurion Stormrage, Illidan und Tyrande Whisperwind konnten auf den Rücken der großen Aspekte diesem Schicksal entgehen und flogen zurück zur Armee um diese zu warnen. Und so flüchteten sich die Völker Kalimdors bis zum heiligen Berg Hyjal. Der Quell der Ewigkeit war irgendwann gesättigt und verschlang nur noch sich selbst. Das Meer, das den einzelnen Kontinent Kalimdor einst umgab, füllte die Lücken mit seinen Gewässern und so entstand das große Meer, das heute die drei Kontinente voneinander trennt.

Doch auf dem Berg Hyjal wurde das Volk der Nachtelfen und besonders die Führungsfähigkeiten von Jarod Shadowsong auf eine weitere Probe gestellt. Die aus dem Palast geflohenen Hochgeborenen unter Dath'Remar Sunstrider wurden von allen anderen misstrauisch betrachtet und die Situation drohte zu eskalieren. Jarod Shadowsong zwingt den Adel und die Hochgeborenen jedoch zur Zusammenarbeit, als ein Späher ihm von einem See am Gipfel des Berges berichtet. Er bat die beiden verfeindeten Kasten darum, dass sie jeweils drei Mitglieder erwählen, die Jarod auf den Gipfel des Berges zu diesem See begleiten. Denn Trinkwasser war nach der Teilung der Welt etwas äußerst wichtiges und so konnte Jarod den Nachtelfen zeigen, dass alle Kasten zusammenarbeiten können.

Doch auch Illidan Stormrage hatte vom See am Gipfel des Berges gehört. Er war bereits vor der Gruppe von Nachtelfen dort. Am Quell der Ewigkeit hatte er ein paar Phiolen mit dem Wasser des Quells befüllt, als er hörte, was Malfurion vor hatte. Denn er wusste, dass es den Quell zerstören würde und war bereits der Sucht nach der arkanen Magie verfallen. Zwei dieser Phiolen schüttete er in das reine Wasser des Sees und schuf somit einen neuen Quell der Ewigkeit auf dem Gipfel des Berges Hyjal. Als die Gruppe um Jarod Shadowsong zum Gipfel kam, bemerkten sie Illidans Verrat und wollten ihn zur Rede stellen. Doch Illidan Stormrage griff die Gruppe an und verletzte sie durch seine Zauber schwer. Erst als Malfurion Stormrage seinem Treiben ein Ende machte, konnte er gefangen genommen werden.

Malfurion war zusammen mit Tyrande Whisperwind und den drei Aspekten zum Gipfel des Hyjal gekommen. In einer feierlichen Zeremonie pflanzten die Aspekte auf der Insel, die sich in der Mitte des neuen Quells befand, den ersten Weltenbaum Nordrassil. Das Samenkorn, aus dem der Baum entspringen sollte, kam vom Mutterbaum G'Hanir, der Heimat von Aviana. Doch der Mutterbaum war zusammen mit seiner Herrin gestorben.

Die Worte, die die Drachen in dieser Zeremonie sprachen, sind uns – aufgrund ihrer Wichtigkeit für unser Volk – noch genaustens überliefert. Deshalb möchte ich sie und den Verlauf der Zeremonie hier vortragen.

Nozdormu grub ein Loch für das Samenkorn aus, Alextrasza legte es sanft hinein und Ysera begrub es mit Erde. Dann sprach Alextrasza „Ich schenke den Nachtelfen Stärke und ein gesundes Leben so lange dieser Baum steht.“ Dann legte sich eine rote Aura über die Stelle, wo das Samenkorn begraben war und aus der Saat spross ein Baum der etwa einen Meter hoch war. Dann trat Alextrasza zurück und Nozdormu trat vor. Er verkündete: „Die Zeit wird wieder auf der Seite der Nachtelfen sein, denn ich schenke ihnen die Unsterblichkeit, so lange dieser Baum steht. Mögen sie diese Zeit zum Lernen nutzen.“ Eine Goldene Aura legte sich um den Baum und er wuchs erneut, etwa auf die Höhe eines Nachtelfen.

Zum Schluss sprach die Herrin der Träume „Den Nachtelfen, die ihre Hoffnungen verloren haben, schenke ich die Fähigkeit des Träumens. Sie sollen träumen und Fantasie haben, denn nur so werden sie sich erholen, wachsen und einen Neuanfang wagen können.“ Anschließend wendete sich der grüne Aspekt Malfurion Stormrage zu und fuhr fort „Und jenen, die dem Pfad desjenigen folgen, der bei mir und dem meinen einen besonderen Platz einnimmt, schenke ich die Gabe des smaragdgrünen Traums. Alle Druiden sollen in der Lage sein, ihn zu erreichen. Selbst in tiefem Schlaf werden sie in der Lage sein, diese Welt zu betreten und von ihr zu lernen. So werden sie imstande sein Kalimdors Sicherheit und Wohlergehen auch in Zukunft zu bewahren.“

Dann hauchte Ysera dem Baum einen grünen Nebel entgegen, der sich mit Nordrassil verband. Der Boden bebte, als der Baum wuchs und wuchs, bis er seine endgültige Größe erreicht hatte. Selbst im Tal unter dem heiligen Berg konnte man nun seine ausladende mächtige Krone sehen. Als der Baum nicht mehr weiter wuchs erklärte Alextrasza feierlich „Vor euch steht Nordrassil. Der Weltenbaum ist erschaffen worden. So lange er steht, so lange die Nachtelfen ihn ehren, wird das Glück auf ihrer Seite sein. Ihr werdet euch verändern, ihr werdet unterschiedlichsten Pfaden folgen, aber ihr werdet immer ein Teil Kalimdors sein.

Nach dem Ende der Zeremonie wurde Illidan der Prozess gemacht. Er wurde von Malfurion Stormrage und Jarod Shadowsong dazu verurteilt, sein Leben in den Kerkern der Grabhügel zu verbringen und Jarods Schwester, Maiev Shadowsong erklärte sich bereit, über Illidan zu wachen. Erst nach zehntausend Jahren sollte er die Kerker wieder verlassen, doch dies ist eine andere Geschichte.

Und damit schließen wir die Erzählungen um den Krieg der Urtume am heutigen Abend ab. Noch heute tobt der Maelstrom im Zentrum unserer Welt um uns an die schrecklichen Ereignisse von dereinst zu erinnern. Behaltet diese Geschichte in euren Köpfen, auf dass es nie wieder zu einer solchen Katastrophe kommen möge.
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Vortragssammlung über die Geschichte der Nachtelfen
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